Translate

Dienstag, 9. April 2013

Sheng Pu Erh Kunming CNNP Qizi Bing 0701 2007

Nachdem heute mein passendes Zubehör von "die Kunst des Tees" eingetroffen ist, musste natürlich auch der richtige Tee herhalten. Entschieden habe ich für einen 2007er Sheng Pu Erh, welchen ich als Probe zu meiner Bestellung bei Chris bekommen habe.
Wie das recht dunkle, trockene Blatt nicht vermuten lässt, ist der aufgegossene Tee doch recht grün.Vorallem schön finde ich die teilweise vorhandenen goldenen Tips.

trockene Blätter - Abbruch

Nach einem kurzen Waschgang landet auch schon der erste Aufguss in meiner Tasse. Der Geruch  schreckt zunächst ab. Leder, muffig.. Die nassen Blätter lassen allerdings etwas anderes erahnen: Süße, Frucht - vorallem die Frucht erinnert mich an chinesischen Schwarztee, jedoch um Längen intensiver.  Der Aufguss hat noch eine recht helle Farbe, was aber nicht im Geschmack wiederzufinden ist. Ein intensiver, aber dennoch ausgewogener Geschmack nach überreifem Obst weitet sich in meinem Mund aus, gepaart von gaumenschmeichelnder Süße.


erster Aufguss - noch sehr hell

Beim zweiten Aufguss lösen sich nun auch die Blätter von einander und die Farbe wird kräftiger - orange, bräunlich. Nun wird die sich intensivierende Süße von einer dezenten und sehr angenehmen Bitternote begleitet. Frucht tritt in den Hintergrund, ist jedoch noch vorhanden und Tabak erscheint auf der Bildfläche. Vorallem der Geschmack nach Tabak zusammen mit Süße finde ich sehr lecker! Ich als Raucher habe schon festellen müssen, dass wenn man Tabak in den Mund bekommt, sich der ganze Mund aufgrund von sehr starker Bitternis zusammenzieht. Dies ist hier jedoch überhaupt nicht der Fall!


neues Teeschälchen - intensivere Farbe des 2. Aufgusses

Beim dritten Aufguss verschwindet der Fruchtgeschmack fast vollständig, dafür intensivert sich Tabak umso mehr. Nun verabschiedet sich auch die Bitternote des zweiten Aufgusses und wunderbare Süße nimmt meinen Mund ein.
Nun, beim vierten Aufguss zeigt der Tee seine tolle Wandlungsfähigkeit! Das Tabakaroma nimmt wieder ab und überreifes Obst kommt wunderbar zur Geltung - Süße intensiviert sich zunehmend.


nasse Blätter im Gaiwan - sehr grün

Im fünften Aufguss wird nun ein Zusammenspiel aus Tabak und Frucht geboten. Süße tanzt zusammen mit einer den ganzen Mundraum einnehmenden Bitternote auf meiner Zunge ohne dabei unangenehm oder zu intensiv zu werden.
Der sechste Aufguss weist jetzt kaum noch Tabak auf, dieser lässt sich - wenn überhaupt - nur noch erahnen. Auch die Süße wird weniger intensiv.  Das überreife Obst wird nun zu frischen Früchten.. Wow! Genau das spiegelt sich auch im siebten und sogar achten Aufguss wieder.


neuer Teetisch

Der neunte Aufguss. Der Geruch der nassen Blätter lässt es erahnen - überreifes Obst feiert sein Comeback! Auch der Tabak ist ab jetzt nicht mehr zu schmecken und Süße tritt erneut zunehmend in den Vordergrund. Daran ändert sich dann auch nichts mehr bis zum 12. Aufguss, großartig!


Aufguss im Gaiwan

Fazit: Was mir besonders an diesem Tee gefallen hat, war die Wandlungsfähigkeit zwischen den einzelnen Aufgüssen - mal dominiert Tabak, mal Frucht, mal Süße, mal Bitternis. Interessant war auch, wie der muffige Geruch von Aufguss zu Aufguss weiter abgenommen und sich mehr und mehr in angenheme Frucht entwickelt hat. Aber wirklich begeistert hat mich, dass man am Geruch der nassen Blätter bei jedem Aufguss eindeutig den Geschmack erahnen konnte - wirklich ein wunderbarer Tee!





Kommentare:

  1. Toll geschrieben mit feinen Bildern. Mach weiter so!

    AntwortenLöschen
  2. Julian hat da völlig recht mit seinem Kommentar zu Deinem Blog.
    Und Dir Dino stimme ich völlig zu, was diesen Tee angeht - ich trinke ihn auch gerade. Ist enorm, wie der Geschmack zwischen Frucht und Tabak hin und her tanzt.

    AntwortenLöschen