Translate

Posts mit dem Label Huangdong werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Huangdong werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 25. November 2013

Ein weiterer grandioser Dan Cong

Diesen Post wollte ich eigentlich schon seit Längerem veröffentlichen, bin bisher aber leider nicht dazu gekommen, da das meist einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Diese hatte ich zwar Anfang letzter Woche, dafür aber keinen funktionierenden Laptop um die passenden Bilder hochzuladen..
Begonnen hat der Tag mit einem Ausflug an die Ränder der kalten und nebligen Westlichen Wälder und schon zu Beginn stand für mich fest, dass einer der Tees, die ich von Chris zugeschickt bekommen habe den Tag im Anschluss perfekt abrunden würde. Neben verschiedenen Yan Chas stand auch ein chinesischer Oolong aus Guangdong bereit getrunken zu werden. Dabei handelte es sich um einen Feng Huang Dan Cong, auch Phönix Dan Cong genannt.


Wie ich es bereits von anderen Oolong Tees aus dieser Region kenne, sind die Blätter sehr dünn, spiralförmig gedreht und bestechen durch eine durch Röstung und stärkere Oxidation enstandene hell- bis dunkelbraune Farbe. Feine Röstnoten lassen sich auch am trockenen Blatt erahnen, welche sich wunderbar mit leicht-fruchtigen Anklängen wie etwa Mango paaren. Im vorgewärmten Tonkännchen wirkt das Blatt noch fruchtiger, fast pfirsichartig, was von einer dezenten, floralen Säure abgelöst wird.


Der erste Aufguss zeigt sich mit einer wunderschönen hellorangenen Farbe, welche zu meinem Eindruck von Pfirsichen passt. Dabei wirkt der Tee enorm leicht, fast schon filigran auf der Zunge. Eine Röstnote sticht nur ansatzweise in Form von einer gewissen Brotigkeit hervor. Vielmehr besticht er durch eine fruchtige, leichte Süße.


Im nächsten Aufguss findet man etwas dunkleren Bernstein, der Tee wirkt nun angenehm vollmundig. Was sich nun auch am Geruch erahnen lässt, sind ausgewogene florale Aromen, welche wunderbar mit einer im Nachklang auftretenden säuerlich-bitteren Note harmonieren. Das ganze steht im Gegensatz zu einer atemberaubenden karamellenen Süße und eindeutigen Fruchtnoten wie Mango und Pfirsich.
Die anfängliche Filigranität erinnert mich stark an andere Dan Congs, die teilweise mehr Aufgüsse warteten, bis sie so aus sich herauskamen, wie dieser schon im zweiten Aufguss - toll!



Der dritte Aufguss besticht sofort durch seinen Geruch - K-A-R-A-M-E-L-L!
Mein erster Eindruck: Süß, süß, süß, süß! Dies wird aber von einer starken Herbe im Abgang unterstrichen - diese bleibt jedoch nicht lange im Mund. Vielmehr ist es diese grandiose Süße, die eine gefühlte Ewigkeit meinen Mundraum ummantelt.

die Blätter sind teilweise so fest gedreht, dass sie sich nicht lösen lassen

Auch bei den folgenden Aufgüssen besticht der Tee durch seine tolle Süße und verliert dabei keineswegs an Vielschichtigkeit - manchmal sticht eine leicht herbe Note hervor, manchmal florale Noten, dann wieder Frucht, dann wieder starke Süße, oder diese stehen sich gegenüber und ergänzen sich auf eine wunderbare Weise. Erst ab dem siebten oder achten Aufguss bekommt dieser Oolong gewisse "Rundungen". Nun geht er viel geschmeidiger, und ja - runder über die Lippen. Weiterhin lassen sich süße Frucht und feine Blume finden, jedoch verschwindet auch nun die leichte Herbe im Abgang, was jedoch keineswegs negativ auffällt. Vielmehr bringt genau das ein harmonisches Ende, da der Tee nicht viel an Intensität bishin zum zehnten, oder auch elften Aufguss verliert, nein - er wirkt lediglich etwas runder, ohne Ecken und Kanten. 
Danke dafür Chris!

Mittwoch, 24. April 2013

Ton, Holz und Dan Cong

Gestern bin ich bei einem Besuch im örtlichen Teeladen auf ein wunderschönes kleines Tonkännchen gestoßen. Scheint wohl keins aus Yixing zu sein und besitzt an der Unterseite auch keinen Stempel, ist jedoch makellos verarbeitet und trifft genau meine Wunschgröße von 150ml. Ich war schonlänger auf der Suche nach einer kleineren Tonkanne für stärker fermentierte und (oder) geröstete Oolong Tees und diese scheint mir perfekt dafür.

heutiges Setup - neues Kännchen & Teebot Marke Eigenbau

Heute wurde sie dann so richtig mit einem meiner Meinung nach grandiosen Dan Cong eingetrunken - und zwar einem Song Zhong Dan Cong von die Kunst des Tees. Dan Cong ist eine allgemeine Bezeichung für Oolongs aus der chinesischen Guangdong Provinz. 
Das trockene, dünn gedrehte Blatt betört durch feine Röst- und Blumenoten. Vorallem die Röstnoten intensivieren sich in der vorgewärmten Kanne und nach dem Waschen kommt ein fruchtig-süßlicher Ananasgeruch hinzu.

gedrehtes Blatt - sehr dunkel durch die Röstung

Der gold-gelbe Aufguss gibt diesen Eindruck ziemlich gut wieder. Feine Röstaromen schmeicheln dem Gaumen, begleitet von einer Süße, die stark an braunen Zucker erinnert. Hinzu kommt ein angenehm blumiger Geschmack - wie etwa Orchidee - und milde Frucht.. Ananas, Maracuja. Jedoch bleibt der Tee im Gesamteindruck noch eher zurückhaltend.

erster Aufguss

Im zweiten Aufguss zeigen sich die doch ziemlich grünen Blätter. Süße, sowie Röstnoten nehmen weiter zu. Auch die Früchte, insbesondere Ananas stechen deutlicher heraus. Auch im dritten Aufguss bleibt der Tee noch sehr dezent im Geschmack. Die Röstaromen treten deutlich zurück, bleiben jedoch. Nun dominiert eindeutig das florale Aroma, welches sich schon im ersten Aufguss gezeigt hat. Lässt mich an Bao Zhong denken, nur nicht so lieblich, viel direkter.

grünes Blattgut nach dem zweiten Aufguss

Ich gieße den Tee ein weiteres Mal auf und siehe da: er kommt vollkommen aus sich heraus! Eine verzaubernde Süße tritt hervor, welche eine gefühlte Ewigkeit den gesamten Mund ummanteld. Frucht sticht nun extrem heraus - Maracuja.. Mango..? Der Tee verursacht ein unbeschreiblich balsamierendes Gefühl auf Zunge, Gaumen, an den Backen, selbst in der Kehle! Genau das intensiviert sich nun bis hin zum sechsten Aufguss, sagenhaft.. Nun ist auch eindeutig Mango zu schmecken.



Der siebte Aufguss ändert sich nun ein wenig. Der Tee wird kräftiger, wuchtiger, ohne jedoch auch nur im Ansatz zu bittern. In der Fruchtigkeit tendiert der Geschmack nun wieder mehr zu Ananas. Dies wird vorallem im nächsten Aufguss durch eine herbe Säure im Abgang unterstrichen. Vorallem florale Aromen stehen nun im Vordergrund.

aufgegossene Blätter

Ab dem neunten Aufguss macht sich das erste Mal eine Minderung des Geschmacks bemerkbar. Dieser kann man jedoch gut mit einer etwas größeren Erhöhung der Ziehzeit (auf über zwei Minuten) entgegenwirken. So hält sich der Song Zhong noch ziemlich solide bis zum 12. Aufguss.


recht schön Verarbeitetes Blatt - Oxidation gut zu erkennen
Fazit: Dieser Tee ist extrem empfindlich in Bezug auf Wassertemperatur und Ziehzeit. Ist ein Punkt zu hoch, tendiert er sehr schnell zum Bittern. Deshalb habe ich auch nur mit Wasser aufgegossen, das gerade aufgehört hat zu kochen. Ein wirklich facettenreicher Tee, bei dem die verschiedenen Aroma toll zur Geltung kommen und sich gegenseitig unterstreichen. Was mir vorallem gefällt ist, dass der Tee sein wahres Gesicht nicht von Anfang an zeigt und man sich somit nach und nach an ihn herantasten und die feinen Aromen herausschmecken kann.