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Sonntag, 10. Dezember 2017
Sonntag, 21. Dezember 2014
Montag, 24. Februar 2014
Tai Hu Hong Cha
Wenn sich die Sonne im Februar schon so oft zeigt und ich vormittags Zeit finde, ist es für mich immer wieder ein besonderer Moment einen besonderen Tee am Fensterbrett zu trinken. Die Sonnestrahlen wärmen und der richtige Tee verbreitet ein entspannendes Gefühl im ganzen Körper. Heute war für mich von Anfang an klar, welcher Tee in meiner Shiboridashi landet. Einer von drei schwarzen Tees aus Yixing (Tai Hu, dem großen See), den Herr Thamm von einer befreundeten Yixing Künstlerin bekommen hat.
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| Teegarten des Tai Hu Hong Cha - Quelle: Chen Keyi/CháDào |
Im Schälchen spiegelt sich ein tolles Bernstein. Holz, eine dezente Malzigkeit und Honigsüße, wie von hochwertigen Schwarztees aus Yunnan und ein feiner floraler Unterton im Abgang schmeicheln dem Gaumen.
Im zweiten Aufguss wandelt sich die Honigsüße zu einer Süße, die sich am besten mit Veilchen beschreiben lässt. Neben Steinobst wie Zwetschge und Aprikose kommt eine schöne Zartbitterschokoladennote, die mich an einen Keemun erinnern lässt. Genau das findet sich auch im dritten Aufguss mit der gleichen Intensität - wow!
Die letzten beiden Aufgüsse, fünf und sechs, zeigen diese Veilchennote nun zunehmend intensiver und das Steinonbst vom Anfang kommt nun sehr deutlich zur Geltung. Ich schmecke eindeutig Pflaume, was wunderbar mit einer nur noch leicht im Hintergrund präsenten Holzigkeit harmoniert.
Fazit: Ich finde es faszinierend, auf welch tolle und ausgewogene Weise dieser Hong Cha es schafft, verschiedene Eigenschaften diverser chinesischer Schwarztees in sich zu vereinen. Ein ausgewogene Malznote wie bei Dian Hong, feine Zartbitterschokolade, wie bei guten Keemuns und die bis zum Ende hin stärker werdende Veilchennote wie bei vielen anderen Schwarztees aus China.
Montag, 3. Februar 2014
Shan Gu Shuang Jing
Bisher war ich eigentlich nie ein richtiger Schwarzteetrinker. Abgesehen von kräftigeren Indischen ab und zu zum Frühstück, landete nur selten einer in meiner Schale. In letzter Zeit wandelte sich das jedoch weiter und weiter ins Gegenteil. Taiwanesische, wie der Sanxia Hong Cha, oder chinesische wie beispielsweise aus dem Wuyishan lerne ich nun immer mehr zu schätzen und lieben.
Dank Herr Thamm habe ich die letzten Tage einen schönen Vergleich verschiedener chinesischer Schwarztees ziehen können, von denen ich in nächster Zeit noch etwas mehr berichten werde. Unter ihnen war auch ein äußerst ansprechender aus dem Lushan in der Provinz Jiangxi.
Besagter Hong Cha wird Shan Gu Shuang Jing, oder auch roter Tee von den zwei Brunnen genannt.
Das trockene Blatt ist tief schwarz mit einigen, schönen goldenen Tips. Es zeigt eine tolle Bandbreite verschiedener Aromen - Pflaume, Holz, Veilchen stechen besonders hervor.
Das feuchte Blatt nach dem Aufgießen gibt sich sogar noch um einiges komplexer - hinzu kommen diverse Früchte und weitere florale Anklänge, welche sämtliche Sinne betören. Der erste Aufguss gibt sich in einer schönen rötlich-braunen Farbe. Schon beim ersten Schluck fällt ein wunderbar samtiges Gefühl im ganzen Mundraum auf. Eine intensive Zitrusnote tritt in den Vordergrund, welche von weichen Holznoten abgerundet wird. Begleitet wird das ganze von einer feinen Süße.
Beim zweiten Aufguss gibt das nasse Blatt nun eindeutig einen mir sehr bekannten Geruch von sich, welcher sich auch im Geschmack niederschlägt. Veilchen und Gewitterblumen! Wieder fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt, in der ich diese Blumen oft aus dem Boden gerissen habe. Es ist einfach toll, wenn man Kindheitserlebnisse mit einer entspannenden Schale Tee assoziieren kann! Dies harmoniert super mit den weichen Holznoten, Zitrusfrüchten und Steinobst, wie etwa Zwetschge.
Im dritten Aufguss tritt lediglich die Zitrusnote etwas in den Hintergrund. Veilchen und nun auch etwas schwächer werdende holzige Anklänge dominieren.
Ich gieße ein weiteres Mal auf und nun lässt mich der Tee an einen sonnige Sommertag im Obstgarten denken. Veilchen, Blumenwiese und diverse Früchte schmeicheln zusammen mit der weiterhin anhaltenden Samtigkeit meinem Mund - Toll!
Fazit: In den letzten beiden Aufgüssen - fünf und sechs - wird der Tee etwas schwächer, behält dabei aber seine tolle Veilchennote, welche mir extrem gut gefällt! Diese ist mir nun auch schon öfter bei vor allem hochwertigeren chinesischen Schwarztees in den späteren Aufgüssen aufgefallen. Auch das konstant anhaltende samtige Mundgefühl und die Komplexität sowie Variabilität in und besonders zwischen den einzelnen Aufgüssen habe ich so bisher bei kaum einem schwarzen Tee bemerkt - grandios!
Dank Herr Thamm habe ich die letzten Tage einen schönen Vergleich verschiedener chinesischer Schwarztees ziehen können, von denen ich in nächster Zeit noch etwas mehr berichten werde. Unter ihnen war auch ein äußerst ansprechender aus dem Lushan in der Provinz Jiangxi.
| Teegarten im Lushan in dem der Tee angebaut wird - Quelle: Chá Dào/Sun Liang |
Besagter Hong Cha wird Shan Gu Shuang Jing, oder auch roter Tee von den zwei Brunnen genannt.
Das trockene Blatt ist tief schwarz mit einigen, schönen goldenen Tips. Es zeigt eine tolle Bandbreite verschiedener Aromen - Pflaume, Holz, Veilchen stechen besonders hervor.
Das feuchte Blatt nach dem Aufgießen gibt sich sogar noch um einiges komplexer - hinzu kommen diverse Früchte und weitere florale Anklänge, welche sämtliche Sinne betören. Der erste Aufguss gibt sich in einer schönen rötlich-braunen Farbe. Schon beim ersten Schluck fällt ein wunderbar samtiges Gefühl im ganzen Mundraum auf. Eine intensive Zitrusnote tritt in den Vordergrund, welche von weichen Holznoten abgerundet wird. Begleitet wird das ganze von einer feinen Süße.
Beim zweiten Aufguss gibt das nasse Blatt nun eindeutig einen mir sehr bekannten Geruch von sich, welcher sich auch im Geschmack niederschlägt. Veilchen und Gewitterblumen! Wieder fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt, in der ich diese Blumen oft aus dem Boden gerissen habe. Es ist einfach toll, wenn man Kindheitserlebnisse mit einer entspannenden Schale Tee assoziieren kann! Dies harmoniert super mit den weichen Holznoten, Zitrusfrüchten und Steinobst, wie etwa Zwetschge.
Im dritten Aufguss tritt lediglich die Zitrusnote etwas in den Hintergrund. Veilchen und nun auch etwas schwächer werdende holzige Anklänge dominieren.
Ich gieße ein weiteres Mal auf und nun lässt mich der Tee an einen sonnige Sommertag im Obstgarten denken. Veilchen, Blumenwiese und diverse Früchte schmeicheln zusammen mit der weiterhin anhaltenden Samtigkeit meinem Mund - Toll!
Fazit: In den letzten beiden Aufgüssen - fünf und sechs - wird der Tee etwas schwächer, behält dabei aber seine tolle Veilchennote, welche mir extrem gut gefällt! Diese ist mir nun auch schon öfter bei vor allem hochwertigeren chinesischen Schwarztees in den späteren Aufgüssen aufgefallen. Auch das konstant anhaltende samtige Mundgefühl und die Komplexität sowie Variabilität in und besonders zwischen den einzelnen Aufgüssen habe ich so bisher bei kaum einem schwarzen Tee bemerkt - grandios!
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Montag, 2. Dezember 2013
Wuyi Hong Cha
Vergangenen Freitag bekam ich ein kleines Päckchen von Herr Thamm, dem Besitzer des Cha Dao Online Shops. Unter diversen Tees befand sich auch ein Schwarztee aus der chinesischen Provinz Fujian. Dieser machte mich besonders neugierig, da er aus dem Wuyi Gebirge stammt und ich bisher nur von Oolong Tees aus dieser Region gehört habe.
Die erste Besonderheit fällt sofort beim Öffnen der Packung auf - feine Röstnoten steigen in meine Nase. Nun denkt man sich geröstete Tees aus dem Wuyishan sind ja wohl keine Besonderheit! Für mich in diesem Fall schon, da ich bisher von keinem schwarzen Tee gehört habe, der geröstet wird. Da wäre nur der Lapsang Souchong, welcher jedoch primär geräuchert ist.
Beim ersten, beim zweiten und selbst beim dritten Blick erkennt man keinerlei Unterschiede zu teiloxidierten Felsentees. Das Blatt ist dunkelbraun bis schwärzlich, relativ lang und dick gedreht.
Auch am Geruch der trockenen Blätter erkennt man keinen typischen Schwartee Charakter. Er besticht durch eine intensive fruchtige Süße, welche stark an einen Da Hong Pao erinnert.
Zubereitet wird er in meiner Shiboridashi, da man den Tee außergewöhnlich hoch dosieren kann. Der erste Aufguss darf drei Minuten ziehen. Nach dem Abgießen bekommt man eine extrem helle, bernsteinfarbene Tassenfarbe, die fast schon ins Goldene tendiert. Schaut man nun in die Shiboridashi, ist diese fast bis zum Rand hin mit Blättern gefüllt. Diese verströmen nun einen sagenhaft intensiven Duft mit einer extrem breitgefächerten Fülle an Aromen. Karamell, Blumenwiese, diverse Früchte, feine Röstaromen. Trotz der Intensität bleibt das ganze in einer gewissen Weise erfrischend.
Die helle Tasse versetzt nun ins Staunen. Sie gibt einem die gleiche nachhaltige Bandbreite an Aromen wie schon der Duft der nassen Blätter. Der ganze Mund wird von einer cremigen Süße eingenommen, diese steht in Kontrast zu einer für nur einen Bruchteil einer Sekunde präsenten Säure. Reifes Obst und Veilchen runden das Ganze perfekt ab. Auch die Röstung macht sich nur sehr leicht bemerkbar, unterdrückt keineswegs den Grundcharakter des Tees, sondern fügt dem Ganzen eine leicht markante Note hinzu. Dadurch, dass dieser Hong Cha ohne Tendez zu jeglicher Bitternes eine solch hohe Dosierung erlaubt, kann man ihn vier bis fünf, oder sogar sechs mal aufgießen, ohne diese wunderbare Intensität und Vielschichtigkeit auch nur im Ansatz zu verlieren. Selbst nach dem fünften Aufguss hinterlässt der Tee ein derart angenehmes Mundgefühl, dass man sich noch eine viertel Stunde danach von ihm eingenommen fühlt.
Selbst das feuchte Blatt vedutzt ein Wenig. Es wirkt doch recht grün und wenn man die Blätter einzeln betrachtet, fällt sofort auf das der größte Teil nicht einmal einen Riss enthält, geschweige denn zerborchen wäre. Hier sieht man mit welcher Hingabe er geerntet und verarbeitet wurde, was noch mehr Freude am Trinken beschert.
Fazit: So wirkt dieser Tee kaum wie ein Schwarztee, zumindest nicht wie einer, den ich bisher getrunken habe. Vielmehr besticht er durch Attribute, welche ich an Oolongs aus dem Wuyishan so sehr schätze und das macht diesen Hong Cha für mich zu einer wahren Besonderheit.
Die erste Besonderheit fällt sofort beim Öffnen der Packung auf - feine Röstnoten steigen in meine Nase. Nun denkt man sich geröstete Tees aus dem Wuyishan sind ja wohl keine Besonderheit! Für mich in diesem Fall schon, da ich bisher von keinem schwarzen Tee gehört habe, der geröstet wird. Da wäre nur der Lapsang Souchong, welcher jedoch primär geräuchert ist.
Beim ersten, beim zweiten und selbst beim dritten Blick erkennt man keinerlei Unterschiede zu teiloxidierten Felsentees. Das Blatt ist dunkelbraun bis schwärzlich, relativ lang und dick gedreht.
Auch am Geruch der trockenen Blätter erkennt man keinen typischen Schwartee Charakter. Er besticht durch eine intensive fruchtige Süße, welche stark an einen Da Hong Pao erinnert.
Zubereitet wird er in meiner Shiboridashi, da man den Tee außergewöhnlich hoch dosieren kann. Der erste Aufguss darf drei Minuten ziehen. Nach dem Abgießen bekommt man eine extrem helle, bernsteinfarbene Tassenfarbe, die fast schon ins Goldene tendiert. Schaut man nun in die Shiboridashi, ist diese fast bis zum Rand hin mit Blättern gefüllt. Diese verströmen nun einen sagenhaft intensiven Duft mit einer extrem breitgefächerten Fülle an Aromen. Karamell, Blumenwiese, diverse Früchte, feine Röstaromen. Trotz der Intensität bleibt das ganze in einer gewissen Weise erfrischend.
Selbst das feuchte Blatt vedutzt ein Wenig. Es wirkt doch recht grün und wenn man die Blätter einzeln betrachtet, fällt sofort auf das der größte Teil nicht einmal einen Riss enthält, geschweige denn zerborchen wäre. Hier sieht man mit welcher Hingabe er geerntet und verarbeitet wurde, was noch mehr Freude am Trinken beschert.
Fazit: So wirkt dieser Tee kaum wie ein Schwarztee, zumindest nicht wie einer, den ich bisher getrunken habe. Vielmehr besticht er durch Attribute, welche ich an Oolongs aus dem Wuyishan so sehr schätze und das macht diesen Hong Cha für mich zu einer wahren Besonderheit.
Tags:
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