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Mittwoch, 6. November 2013

Donnerstag, 5. September 2013

Sakura-No Shincha

Wenn ich die Gelegenheit habe in München zu sein, statte ich üblicherweise dem ein oder anderen Teeladen einen Besuch ab. Zuerst musste ich unbedingt einem Tipp aus dem teetalk nachgehen und dem Tushita Teehaus einen Besuch abstatten. Wie sich heraus gestellt hat wahrlich eine kleine Perle. Dort bekommt man bei angenehmen Ambiente guten Tee in traditionellem Geschirr direkt serviert und kann diesen nach Belieben erneut aufgießen. Ein wirklich schönes Stübchen, da man vorallem die Gelegenheit hat neben dem dort servierten Tee, auch wünderschönes Zubehör zu ergattern. Danach musste ich unbedingt im Teahouse vorbeischauen. Dort lässt sich wirklich immer ein kleiner Schatz finden. Diesmal konnte ich einem wirklich tollen Shincha nicht widerstehen. Nach dem Kauf bot sich die Gelegenheit diesen Tee im englischen Garten bei wunderbarem Sonnenschein, direkt beim japanischen Teehaus zu verköstigen.

Bei besagtem Tee handelt es sich um den Sakura-No Shincha: Moe von der Familie Matsumoto, welche beim Anbau auf jegliche Pflanzenschutzmittel verzichtet. Da für diesen Tee nur die feinsten Blätter verarbeitet werden, wird nur eine kleine Menge ins Ausland exportiert.

Farbspiel der Blätter - sehr schöne Verpackung

Das trockene Blatt tendiert zwischen dunklem und hellen Grün und weißt deutlich mehr Bruch auf, als ich es von anderen Shinchas kenne. Es duftet wunderbar fruchtig, leichte Zitrusanklänge steigen in meine Nase - genau das verstärkt sich zunehmend in der vorgewärmten Shiboridashi.

Garten des japanischen Teehauses im Hintergrund

 Der erste Aufguss zeigt sich mit einem wunderschönem, zart leuchtendem Grün. Die Bezeichnung Moe 萌, mit welcher die Farbe der jungen Triebe, aus denen dieser Tee hergestellt wird, beschrieben wird, spiegelt sich wunderbar in der Farbe des Aufgusses wieder. Genau das ist auch mein erster Eindruck des Geschmacks. Leichte Buttrigkeit, begleitet von einer im Hintergrund präsenten Umaminote. Das ganze wird unterstrichen von einer fantastisch-erfrischenden Süße, die mich an Apfelkompott denken lässt. Jedoch kommt dieser Shincha auffällig kräftig daher.. Ob das wohl an dem hohen Bruchanteil liegen mag?

Im zweiten Aufguss findet sich ein satteres, tiefes Hellgrün. Beim ersten Schluck wird mein kompletter Mundraum von einer anregenden und erfrischenden Astringenz eingenommen, welche jedoch kaum länger als eine Sekunde anhält. Diese wird sofort von einer zunehmend schweren Süße abgelöst. Auch mein Eindruck von Äpfeln und Kompott macht sich nun noch besser bemerkbar. Für mich sehr verblüffend, dass ein Tee aus der Vorpflückung so ausdrucksstark ist.

Moe 萌 - junge, helle Blätter & fast gleichfarbiger Aufguss

Auch der dritte Aufguss bringt diese wunderbare Süße mit sich und gibt einem das Gefühl in einen Apfel zu beißen, der jedoch kaum säuerlichen Geschmack aufweißt.

Fazit: Erst bei den letzten beiden Aufgüssen kommt der Tee viel mehr wie ein Shincha rüber. Nun wird er viel spritziger, angenehm leicht, einfach nicht mehr so kräftig, was aber einen wirklich tollen Schluss hervor bringt. Für mich ist dies kein gewöhnlicher Shincha, der auch tiefbedämpften (fukamushi) Senchas im Geschmack durch seine wahnsinnig tolle Intensität sehr nahe kommt. Auch bei nicht allzu hoher Dosierung bringt er vier bis fünf tolle Aufgüsse mit sich und verliert dabei keines Wegs an Reiz.

Freitag, 29. März 2013

Shincha Shimoyama 2012

 Heute möchte ich eine bereits im TeeTalk veröffentlichte Verkostung - diesmal mit Bildern - nachreichen.

Hierbei handelt es sich um einen japanischen Grüntee - Shincha Shimoyama von TeeGschwendner.
Wie ich mir von Gero habe sagen lassen, handelt es sich nicht um einen Sencha, sondern einen Gyokuro aus der ersten Plückung 2012.

Setup für die Teesession

Der Tee besitzt eine wunderbare dunkelgrüne Farbe und schimmernde lange, dünne Blätter. Allein schon dieser Geruch: Spinat und Alge, total süß. Das macht definitiv Lust auf mehr.




Zubereitet habe ich ihn hier mit einer etwas höherer Dosierung, als ich es im Normalfall bei Senchas tue, aber Gyokuro untypisch.

Erster Aufguss bei 60°C. Und dieser Duft nach Alge und Spinat intesiviert sich, mir läuft schon richtig das Wasser im Mund zusammen. Nach 2 Minuten habe ich einen leuchtend grünen, klaren Tee in der Tasse. Nun bin ich schon etwas verdutzt, ich schmecke Umami, obwohl ich die Dosierung des Tees so niedrig gewählt habe.. Wow! Außerdem schlägt sich ein dezenter Algengeschmack nieder. Begleited wird dieser von einem Hauch leichter, angenehmer Süße und einer fantastischen Fruchtnote.. Pfirsich?


erster Aufguss

Zweiter Aufguss und 65°C, 45 Sekunden. Der Tee ist nun leicht getrübt, was mich jedoch nicht weiter stört. Nun schmecke ich kein Umami mehr, jeodch fällt mir nun etwas ganz anderes auf. Zitronengeschmack und leichte, prickelnde Säure. Der Algengeschmack ist jedoch geblieben und dieser fantastische Fruchtgeschmack intensiviert sich.


zweiter Aufguss - die Trübe ist nich sonderlich gut erkennbar

Der dritte Aufguss (Ich will mehr!!), 70°C und eine Minuten Ziehzeit. Nun wieder eine schön klare Tasse. Ich dachte mehr, als ich ohnehin schon aus dem Tee herausbekommen habe, ist nicht mehr möglich. Doch ich habe mich geirrt! Der Tee ist nun sagenhaft süß und nun bin ich mir sicher, das muss Pfirsich sein! Der Algengeschmack tritt nur noch leicht im Hintergrund auf und die Säure aus dem zweiten Aufguss ist verschwunden. Nun hat man wirklich das Gefühl einen Pfirsich in der Tasse zu haben, aber nicht nur den.. Verschieden Fruchnoten tanzen auf meiner Zunge.

dritter Aufguss


Nun der 4. Aufguss, weiterhin 70°C und 90 Sekunden ziehen lassen. Und siehe da, der Tee ist immernoch so wunderbar süß. Von Geschmacksverlust ist immernoch nichts zu finden. Eher das Gegenteil. Obwohl das Algenaroma nun nicht mehr herauszuschmecken ist erinnert mich der Tee jetzt etwas an einen Milky Oolong. Dieses mundfüllende Gefühl von Milch ist einfach toll.

Wasser für den vierten Aufguss

 
Fünfter und letzter Aufguss, 75°C und wieder 2 Minuten Ziehzeit. Ich bin mir sicher, da wäre noch einer, vielleicht sogar zwei gegangen, aber irgendwann muss Schluss sein. Geschmacklich immernoch überzeugend, doch nun verliert der Tee an Komplexität. Fruchtig ist er zwar noch, jedoch lässt sich da nichts mehr eindeutig herausschmecken. Auch dieses mundfüllende Gefühl verliert trotz der noch vorhandenen "Milchigkeit" an Intensität. Jedoch ist die sagenhafte Süße seit dem 3. Aufguss nahezu konstant geblieben.

nasses Blattgut